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Gute Nacht!

800 Jahre Leipziger Messe

Foto: Heinz Gruber

Sandmann-Folge 44
800 Jahre Leipziger Messe/"Robur"-Omnibus, 1965


Ein wenig flunkerte der Sandmann, als er Mitte der Sechziger 800 Jahre Leipziger Messe feierte, denn die wirklichen Anfänge dieses großen Industrie- und Handelsmarktes bleiben unbestimmt. Die Historiker wissen lediglich, dass 1165 der Stadtbrief das Marktrecht rund um Leipzig ausschrieb - Grundlage der Messe und gleichzeitig geschichtlicher Anknüpfungspunkt für die 800-Jahrfeier Leipzigs, die mit der Frühjahrsmesse 1965 zusammenfiel. Dieser große Jubiläumsmarkt bildete in der Tat mit über 10 450 Ausstellern aus 75 Staaten einen Höhepunkt für die DDR und wurde seinerzeit zur größten Mustermesse weltweit.

Tatsächlich sorgte der junge Staat nach den Kriegszerstörungen recht schnell dafür, die Leipziger Messe zu ihrer früheren internationalen Bedeutung zurückzuführen. Als Handels-Drehscheibe zwischen Ost und West wurde Leipzig für die DDR-Oberen auch alsbald zu einer Plattform für Ideologie und Propaganda, während die Bürger sich vor den Segnungen des Kapitalismus die Nasen plattrieben. Der Traumsandstreuer fuhr zur 800-Jahr-Feier mit einem Fahrzeug, das sich seinerzeit durchaus auf einer internationalen Messe sehen lassen konnte: mit einem Bus "LO 2500" aus dem VEB Robur-Werke Zittau. Dieses in vielen Varianten sehr verbreitete Fahrzeug mit einem luftgekühlten 70 PS-Motor, eine Spezialität des ehemaligen "Phänomen-Werkes", wurde zwischen 1961 und 1973 gefertigt und dann durch eine stärkere Version, den "LO 3000" ersetzt.