Sandmann-Folge 081
Artekexpress, 1968
Das berühmteste, größte und beliebteste Pionierlager der sozialistischen Länder befand sich selbstverständlich - in der Sowjetunion. "Artek" auf der Krim, das Vor-und Urbild aller Ferienlager, war bereits in sowjetischer Zeit eine lebende Legende. Gegründet wurde es 1925 in der Nähe Jaltas von einem Kampfgefährten Lenins, um den Kindern der Bürgerkriegsopfer wenigstens ein paar Wochen Ruhe und Erholung zu gönnen. Als der Sandmann im Jahre 1968 mit einer supermodernen Diesellok dort anreiste und sich mit Burattino den Abendgruß anschaute, war Artek mit seinem 7 km Strand inzwischen zu einer kleinen Perle gewachsen, mit ausgedehnten Palmenhainen, mehr als 200 schmucken Quartieren und einigen großen Freilichtbühnen, wo nicht nur Morgen- und Abendappelle stattfanden. Im Drehbuch wird gewiss ein wenig tiefgestapelt, wenn es dort heißt, dass der Ort der Handlung sich Artek "nähere", denn die Zeichen des paradiesgleichen Lagers sind unverkennbar: die modernen Bungalows am Schwarzen Meer, die uniforme, aber adrette Kleidung der Kinder und im Hintergrund vor allem der Bärenberg, der 527 m hohe "Aju-dag". Er sei der Legende nach eigentlich der gewaltige Rücken eines Bären, der sich einst beim Trinken hingelegt habe und eingeschlummert sei. Obgleich allerdings seit den 30er Jahren in der UdSSR eine ganze Reihe von Kinder- und Pioniereisenbahnen entstand, hat es in Artek eine solche nie gegeben, wie auch auf der Krim nie eine Eisenbahn existiert hat.