Das Fernseh-Bilderbuch wird geboren
Mit der Geschichte über eine Sonnenblume im fernen China erlebte am 13. Oktober 1959 in den „Abendgrüßen“ des Deutschen Fernsehfunks eine Sendeform ihre Geburt, die fortan zu den langlebigsten gehören sollte: das Fernsehbilderbuch. Das Vorlesen aus einem Bilderbuch mit den dazugehörigen Illustrationen als stehende Bilder war eine sehr effektive und dennoch wirksame Möglichkeit, Geschichten für Kinder unterschiedlichster Autoren und Grafiker im Fernsehen zu transportieren. Oft wurde dazu der Vorlesende ins Bild gesetzt; in den Anfangsjahren waren dies die Schauspieler Kurt Wenkhaus und Harry Studt, später wurde das Bilderbuch zumeist von Solveig Müller, Monica Bielenstein und Hans Sievers begleitet. Mit dem Ende der 80er Jahre wurde das Bilderbuch durch die Einbeziehung von Tricktechniken lebendiger. Mehr als 1200mal wurde es aufgeschlagen. Im „Sandmännchen“ der ARD gab es über die Jahre ähnliche Formen.
Der erste Autor war übrigens der bekannte DDR-Kinderbuchautor Günther Feustel. Er sollte dieser Fernsehform bis zum Schluss treu bleiben. „Als Hündchen und Hähnchen das Ende der Welt suchten“ war eines der letzten Fernsehbilderbücher, die noch von ORB und MDR 1992 fertiggestellt wurden.
Die grafischen Vorlagen lieferte Ridha H. Ridha.